Die Ortsgruppe Hann. Münden Fridays for Future um Sara Drubel und Carlotta Rommel hat der CDU Hann. Münden fünf Fragen gestellt.

Warum sollten Erstwähler Ihre Partei wählen?

Wir, die CDU, sind die Europapartei. Während die Sozialdemokraten in den 1950er Jahren gegen eine Annäherung mit Frankreich gestimmt und die Grünen sich später mit aller Kraft gegen den gemeinsamen europäischen Binnenmarkt gewehrt haben, waren es unsere Politiker, die Europa gestaltet haben. Ob Konrad Adenauer, Franz Josef Strauß, Helmut Kohl, Theo Waigel oder Angela Merkel – Wir übernehmen Verantwortung für ganz Europa. Unsere Ziele für die Zukunft sind eindeutig. Folgende Punkte sind drei Kernanliegen unserer Europapolitik:

  • Wir fordern die globale Bepreisung der Treibhausgasemissionen und deren rasche Umsetzung, notfalls zunächst auf Ebene der G20-Staaten.
  • Das Thema der fairen Unternehmensbesteuerung liegt uns am Herzen. Eine gemeinsame Bemessungsgrundlage für die Körperschaftsteuer wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Steuergerechtigkeit.
  • In der Asylpolitik setzen wir auf die Installation von europäischen Transitzentren und eine Aufstockung von FRONTEX. Unser Ziel ist und bleibt es, ein einheitliches Asylverfahren für ganz Europa zu entwickeln, damit wir mit diesem standardisierten Vorgehen effizienter und gerechter zusammenarbeiten können.

Sehe Sie das Abwenden einer Klimakatastrophe im Wahlprogramm Ihrer Partei?

Das Verlangsamen der Erderwärmung ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit. Wir werden die Herausforderungen proaktiv angehen. Es gilt, Grenzwerte baldmöglichst einzuhalten und alle Maßnahmen zur Reduzierung von Stickoxiden auszuschöpfen, ohne dass es zu Fahrverboten kommt.

Wichtig sind uns als CDU in Niedersachsen auch nachhaltige Anbauverfahren, die wir mit Blick auf ökologische Vorrangflächen weiter fördern werden. Auf sogenannten Greening-Flächen muss eine landwirtschaftliche Produktion möglich bleiben – eine kalte Enteignung ist keine Lösung. Uns liegen auch hier Anreize näher als Verbote. Erfolgreiche Arbeit für den Naturschutz soll belohnt werden.

Dieses Prinzip nennen wir „Fördern und Fordern“.

Darüber hinaus muss es unser Ziel sein, die ärmeren Menschen in unserer Gesellschaft zu schützen. Eine Abgabe auf den CO2-Ausstoß würde fossile Brennstoffe wie Benzin, Kohle, Heizöl und Gas teurer machen. Dies würde vor allem Ärmere treffen. Daher lehnen wir höhere Abgaben ab.

Mit unseren Vorhaben sehen wir uns gut gerüstet für die Zukunft. Unsere Vorhaben müssen wir jedoch auch in anderen Teilen der Welt etablieren.

Was würden Sie Ihren Kindern sagen, wenn diese einen klimabedingten Weltuntergang miterleben müssten?

Wir arbeiten jeden Tag an unseren hoch gesteckten Zielen, damit es nie zu so einem grausamen Szenario kommen wird. Das schaffen wir jedoch nicht allein und müssen schnellstmöglich weltweite Partner finden, die sich ebenso für eine nachhaltige Lebensweise einsetzen. Unser Hauptaugenmerk wird dabei vorrangig auf China und den USA liegen, die gemeinsam mehr als 40 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verursachen.

Für wie realistisch halten Sie die Forderungen von Fridays – for – Future?

Bei unserer Aktion CDU-Friday in Niedersachsen haben sich junge Menschen aus ganz Niedersachsen zu dem Thema geäußert. Die Forderungen waren sehr unterschiedlich.

Einige, wie „Zigarettenkippen korrekt entsorgen“ oder „Plastiktüten teurer machen“, können zügig umgesetzt werden.

Andere Anliegen hingegen sind nur auf Kosten von ärmeren Menschen der Bevölkerung zu realisieren. Das kann und darf jedoch nicht passieren. Ein passendes Beispiel ist das sofortige Verbot von Kohlekraft. Dadurch würde weniger Energie zu Verfügung stehen, was den Preis deutlich nach oben treiben würde. Dieses Vorgehen wäre eine große Bürde für Geringverdiener oder Empfänger von Sozialleistungen.

Würden Sie Fridays – for – Future – Hann. Münden untersützen?

Mit unserer landesweiten Aktion CDU-Friday am 05. April haben wir gezeigt, wie ernst wir Fridays for Future nehmen. Dabei waren wir die erste Partei, die sich mit den jungen Demonstranten und führenden Vertretern zum Austausch getroffen hat.

Generell ist jede Bürgerbeteiligung wichtig. Unsere Demokratie lebt durch diese. Es gilt, die Argumente auszutauschen und gemeinsam an Lösungsansätzen zu arbeiten. Wie komplex Politik ist, zeigt sich dabei jedoch immer wieder. Es kann nicht rücksichtlos alles umgesetzt werden. Dennoch kann man gemeinsam viel erreichen.

Wir freuen uns, auch zukünftig mit Euch ins Gespräch zu kommen, um unseren Planeten zu einem besseren Ort für uns, unsere Kinder und Enkelkinder zu machen.